KaLiUM
Katholische Liturgie User Manual Version 0.2 (pre-alpha)
für aufgeklärte Naturwissenschafter und andere Neugierige
Recommended runtime environment
Annahmen über den user
- Sich fragen warum Welt und Bewußtsein existieren
- Die Auffassung teilen, dass die Erkenntnisse der Naturwissenschaften, gleichwohl sie sich täglich in Technik und Medizin vielfach bewahrheiten, die Welt nicht ganz erklären.
- auf der Suche nach Antworten sein
Anti-requirements
es wird nicht empfohlen, ...
- durch empirische Forschung gewonnene Erkenntnisse über Bord zu werfen (im Gegenteil).
- Verstand und Vernunft abzuschalten
es ist nicht erforderlich, ...
- sich einer zentralen Autorität zu unterwerfen
- zu glauben
Web 2.0 user interface concept
KaLiUM startet nicht an Begriffen wie Freier Wille oder Theodizee, sondern
an den Bräuchen, Riten und Traditionen der katholischen Kirche von heute.
Die meisten dieser Texte und Riten sind in einer deutlich anderen Zeit als der jetzigen enstanden. Wörtlich genommen sind die Texte daher oft unbrauchbar oder gar irreführend. Sie müssen in jeder Zeit neu durch Interpretation kompatibel gemacht werden.
In diesem Sinne ist KaLiUM gedacht als ein Web 2.0 Adapter fuer ein COBOL-Programm das im Kern immernoch richtig rechnet.
Security advice / Sicherheitshinweis
Die Texte und Ideen der Bibel sind teilweise provokativ und haben in der Vergangenheit eine große suggestive Kraft gezeigt, zum Beispiel "Frieden hinterlasse ich euch. Meinen Frieden gebe ich euch. Euer Herz verzage nicht.", "Wer dich bittet, dem gib, und wer von dir borgen will, den weise nicht ab."
Zu den mögliche Nebenwirkungen zählt anecken in Standardumgebungen. Verhaltensänderungen sind nicht ausgeschlossen. Es wird empfohlen, sich nach der Teilnahme an Riten oder dem Konsumieren biblischer Texte mit anderen auszutauschen bzw. mit erfahrenen usern persönlichen Kontakt aufzunehmen.
- Fürbitten formulieren und aussprechen
- Da in unserer Erfahrung bisher nichts aufgetreten ist, das den Naturgesetzen widerspricht (z.B. der zweite Hauptsatz der Thermodynamik wurde durchweg befolgt), scheinen Bitten an Gott, den Lauf der Dinge zu ändern sinnlos. Dennoch erleben wir uns uns bedingt frei und wollen richtige Entscheidungen fällen. Das Formulieren und Aussprechen von Bitten wie die Welt denn werden soll ist ein effektives Verfahren um gute Ziele zu formulieren und diese auch anzustreben.
- Lesung
- Das Lesen und Hören schwer verständlicher alter Texte regt den Geist und die Fantasie an. Es weitet den Horizont und macht wach.
- Evangelium
- Wie bei 'Lesung' allerdings oft in verschärfter Form, denn Jesu Worte stellen vieles aus dem Alltag bekannte auf den Kopf. Bei Berichten von Wundern ist darauf zu achten, welche Aussagen über das Wesen des Menschen gemacht werden und die Aussagen die offensichtlich gegen bekannte Naturgesetze verstossen zu uebersetzen.
- Sündenbekenntnis / Erbarme dich
- Wenn Menschen zusammenkommen, treffen meist auch verschiedene Ansichten über den rechten Weg aufeinander. In den Gesprächen und Auseinandersetzungen schiesst jeder ab und zu auch einmal über das Ziel hinaus und verletzt andere oder sich selbst. Wenn wir uns auch noch so bemühen, wir sind nicht perfekt und werden aus uns selbst heraus auch nicht gerecht. Daher ist die tägliche Besinnung auf die Momente in denen man "Gutes unterlassen und Böses getan" hat, im richtigen Mass betrieben, ein Weg zu mehr Glück in einer besser funktionierenden Gemeinschaft.
- Vaterunser sprechen oder denken
- Dieser Text hilft, nicht überheblich zu werden. Von der Evolution hervorgebrachte Lebewesen sind drauf optimiert sich maximal zu vervielfätligen. Das im Vergleich zu anderen Spezies hoch entwickelte Gehirn des Menschen hebt diese Evolution auf eine neue Stufe, in der völlig neue Dimensionen von Kooperation erreicht werden. Das Vaterunser ist einer der Bausteine die dabei helfen können die Balance zu bewahren.
- Psalmen lesen
- Die bildreiche Sprache macht uns mit dem orientalischen Denken vertraut. Die Weisheit vieler Generation ist darin verpackt, oft in piffigen Vergleichen. Sie machen Mut, in der Welt zu bestehen. Sie bilden damit ein notwendiges Gegengewicht zu Vaterunser und Sündenbekenntnis.
Schlussbemerkung
Niemand kann für einen anderen glauben. Glaube ist letztlich eine persönliche Sache. Daher nun eine persönlich Ansicht, die der Leser teilen mag oder nicht: Die biblischen Texte zusammen mit der ununterbrochenen Weitergabe von Erfahrung von Mensch zu Mensch über Generationen hinweg enthalten wesentliche Wahrheiten über den Menschen und sein Verhältnis zum Ursprung, zu Gott. Allerdings ist die Übertragung in die Gegenwart nicht immer leicht. Zum Beispiel muss das Konzept eines jüngsten Gerichts und einer Belohung / Bestrafung für gute / böse Taten nach dem Tode einschliesslich Himmel und Hölle neu interpretiert werden.
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Der Sufi Dschelal Rumi im 13.Jhd:
Die Wahrheit ist ein Spiegel der vom Himmel gefallen ist.
Er ist in tausend Stücke zersplittert.
Jeder besitzt einen kleinen Splitter und glaubt die ganze Wahrheit zu besitzen.
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